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In den kommenden Tagen und Wochen erhalten in Deutschland etwa 450 000 Bürgerinnen
und Bürger Besuch von einem/r Interviewer/-in. Hier im Land Sachsen - Anhalt sind zirka
12 500 Haushalte davon betroffen. Diese Befragung ist Teil einer Reihe von Tests, die ein
neues - kostengünstigeres und den Bürger entlastendes - Verfahren für Volkszählung
erproben. Volkszählungen liefern Grunddaten über die Bevölkerung, deren Erwerbstätigkeit
und Wohnsituation. Die Ergebnisse sind Grundlage für Planungen und Entscheidungen auf
Bundes-, Landes- und Gemeindeebene sowie der Europäischen Union und für
wissenschaftliche Untersuchungen.
Mit dem am 3. August 2001 in Kraft getretenen Zensustestgesetz werden Testuntersuchungen
angeordnet, mit denen die Tauglichkeit bereits vorhandener Datenquellen für Volkszählungen
geprüft werden soll. Ähnlich, wie in anderen Staaten Europas und der Welt, wird in
Deutschland nach Wegen gesucht, bestehende Datenquellen für Volkszählungen zu nutzen. In
den letzten Jahren ist ein Verfahren entwickelt worden, das die gemeinsame Auswertung
verschiedener Register (demographische Daten aus den Melderegistern der Gemeinden,
erwerbsstatistische Daten aus Dateien der Bundesanstalt für Arbeit) und aktueller
Befragungen (Gebäude- und Wohnungsdaten aus einer schriftlichen Befragung der
Gebäudeeigentümer bzw. Verwalter) vorsieht, da flächendeckend keine Gebäude- und
Wohnungsregister geführt werden. Mit dem Rückgriff auf bestehende Datenquellen soll
gegenüber einer traditionellen Fragebogen-Erhebung eine deutliche Kosten- und
Aufwandsreduzierung erreicht werden. Vor einem Methodenwechsel sind umfangreiche
Verfahrens- und Qualitätstests erforderlich.
Vorrangiges Ziel der Testerhebungen ist, die Aussagekraft der Melderegister festzustellen. In
Sachsen -Anhalt geschieht das in 38 zufällig ausgewählten Gemeinden mit insgesamt 2 315
Gebäuden. Dort werden zum Stichtag 5. Dezember 2001 nur die Bewohner der ausgewählten
Gebäude von Interviewern zu ihrer Person befragt: Name, Vorname, Geburtsname,
Geburtsdatum, Familienstand, Geschlecht, Wohnungsstatus (alleinige Wohnung /
Hauptwohnung / Nebenwohnung).
Das Befragungsergebnis wird im Statistischen Landesamt Sachsen - Anhalt mit den in
Melderegistern dieser Gemeinden gespeicherten Daten verglichen. Der Abgleich erfolgt unter
dem Schutz des Statistikgeheimnisses im abgeschotteten Bereich des Statistischen
Landesamtes. Eine Rückmeldung der Vergleichsergebnisse an die Meldebehörden erfolgt
nicht.
Von den 38 Gemeinden am Registertest nehmen 14 Gemeinden zusätzlich am Verfahrenstest
teil. Im letzteren werden die Daten in 929 Gebäuden von den Haushalten sowie von den
Gebäudeeigentümern erhoben.
Die Fragen an diese Haushalte betreffen wohnungs- und erwerbsstatistische Merkmale, mit
denen geprüft wird, inwieweit die Angaben der Gebäudeeigentümer bzw. die Information aus
den Registern der Bundesanstalt für Arbeit stimmig sind.
Der Datenschutz ist in vollem Umfang gewährleistet. Alle anfallenden personenbezogenen
Daten werden ausschließlich von den statistischen Ämtern des Bundes und der Länder
erhoben und verarbeitet und unterliegen der statistischen Geheimhaltung. Die Hilfsmerkmale,
wie beispielweise Name und Anschrift, werden so schnell als möglich wieder gelöscht.
Rückmeldungen an andere Verwaltungsbehörden sind nicht zulässig.
Im Verlaufe des Tests werden bundesweit alle Melderegister stichprobenweise auf
Mehrfachmeldungen untersucht werden.
Dabei wird festgestellt, in welchem Umfang durch Fehler im Meldeverfahren Personen mit
mehreren Hauptwohnungen geführt werden. Für diese Stichprobenprüfung liefern alle
Gemeinden Sachsen-Anhalts an das Statistische Landesamt Datensätze der Personen von drei
zufällig ausgewählten Geburtsdaten. Mögliche Doppelfälle werden überprüft und der
tatsächliche Hauptwohnsitz geklärt.
Die Befragung der Bürger würde bei einem künftigen registergestützten Zensus entfallen.
Weitere Informationen über das Testvorhaben erhalten Sie im Internet unter www.destatis.de.
Sie können Ihre Anfragen auch per E-Mail an: pressestelle@stala.mi.lsa-net.de oder
per Fax (03 45) 2318 -901) stellen oder sich telefonisch im Statistischen Landesamt
Sachsen-Anhalt unter
(0345) 2318-560, -556,- 558,-702 informieren.
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