|
Nach ersten Ergebnissen der vierteljährlichen Kassenstatistik hat das III. Quartal 2005 den sachsen-anhaltischen Kommunen eine deutliche Verbesserung ihrer kassenmäßigen Einnahmen gegenüber dem Vorjahr beschert. Bis zum 30. September des laufenden Jahres konnte ein Plus von 103 Millionen EUR = 3,1 Prozent verbucht werden. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, war dafür insbesondere der kräftige Anstieg der Steuereinnahmen ausschlaggebend. Die Kommunen vereinnahmten allein bei den Realsteuern 510,9 Millionen EUR und erzielten einen Zuwachs von 58,3 Millionen EUR bzw. 12,9 Prozent. Dieser ist in erster Linie der überdurchschnittlichen Entwicklung der Gewerbesteuern zu verdanken. Die Einnahmen aus dieser Steuer spülten insgesamt 343 Millionen EUR in die kommunalen Kassen. Das waren 56,6 Millionen EUR mehr als ein Jahr zuvor. Darunter entfielen gut 7 Millionen EUR auf die Absenkung des Umlagesatzes für die an Bund und Land abzuführende Gewerbesteuerumlage. Die Zuwachsrate von 19,8 Prozent lag gut 8 Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt. Leicht zugelegt haben auch die Einnahmen aus den Grundsteuern A und B mit 2,8 bzw. 0,7 Prozent Wachstum.
Von der beachtlichen Steigerung der Einnahmen aus der Gewerbesteuer konnten nicht alle Städte und Gemeinden gleichermaßen profitieren. Durch sehr unterschiedliche Entwicklungsverläufe haben sich die erheblichen Niveauunterschiede vergangener Zeiträume fortgesetzt. Dafür spricht die Tatsache, dass wenige Kommunen das Gros der Gewerbesteuern auf sich vereinen.
In den ersten drei Quartalen 2005 erbrachten 25 der über 1000 Kommunen im Land zusammen fast zwei Drittel der gesamten Gewerbesteuern.
Im Vergleich zum Vorjahr gab es unter ihnen herausragende positive wie negative Entwicklungen im Aufkommen, so in den Gemeinden Spergau im Landkreis Merseburg-Querfurt mit einem Zuwachs von 31,1 Millionen EUR (entspricht gleichzeitig dem Gesamtaufkommen) und Barleben im Ohrekreis mit 8,8 Millionen EUR Plus (Aufkommen =30,9 Millionen EUR).
Für die Stadt Wernigerode war ein Rückgang um 7,7 Millionen EUR (Aufkommen =3,8 Millionen EUR) zu verzeichnen ebenso für die Gemeinde Sössen im Landkreis Weißenfels mit einem Minus von 4,7 Millionen EUR (Aufkommen =16,3 Millionen EUR).
Zu dem Kreis der Kommunen mit den höchsten Aufkommen zählen auch die kreisfreien Städte, die Steigerungen der Gewerbesteuern zwischen 7 Prozent in Magdeburg bei einem Aufkommen von 38,0 Millionen EUR und 25 Prozent in Halle bei einem Aufkommen von 24,4 Millionen EUR erzielten.
Wachstumsraten von 1000 Prozent und mehr erreichten 27 Kommunen überwiegend bei einem geringen Aufkommensniveau.
Demgegenüber haben rd. 40 Prozent der Kommunen Einbußen bei der Gewerbesteuer hinnehmen müssen. In 48 Kommunen überstiegen die Rückerstattungen von Steuern an Gewerbebetriebe die Einnahmen.
|