Rückblick und Verpflichtung für die Zukunft
Das Statistische Landesamt begeht in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Der Minister für Inneres und Sport Holger Stahlknecht nahm dies zum Anlass für seinen heutigen Besuch im Landesamt. In seinem Grußwort an den Präsidenten und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Statistischen Landesamtes sagte der Minister: „Seit 20 Jahren gibt es mittlerweile das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt. Zwei Jahrzehnte, in denen sich Ihre Institution einen hervorragenden Ruf im Land erarbeitet hat. Die Gründe dafür sind leicht erklärbar, berührt Ihre Arbeit doch den Alltag eines jeden von uns. Mit Ihren Erhebungen zu Lebensbereichen wie Arbeit und Wohnen, zu Bevölkerungswachstum und -struktur, zu wirtschaftlichen Kennzahlen und beispielsweise zur Infrastruktur schaffen Sie die Basis für politische und wirtschaftliche Planungen. Schüler, Studenten und interessierte Bürger schätzen Ihre Statistiken als seriöse und fundierte Quelle.“
Der Präsident des Statistischen Landesamtes Manfred Scherschinski dankte dem Minister für seine hohe Wertschätzung und betonte: „In zwei Jahrzehnten hat sich das Statistische Landesamt zu einem kompetenten und zuverlässigen Partner für Politik, Wirtschaft und Wissenschaft entwickelt. Mit Blick auf die immer steigende Nachfrage der Gesellschaft nach fundierten Informationen erweist sich die amtliche Statistik als zuverlässiger, neutraler und objektiver Lieferant von Daten und Analysen.“
Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Statistischen Landesamtes erscheint heute eine Sonderpublikation, die vom Minister und vom Präsidenten vorgestellt wurde. In zwei Hauptteile gegliedert zeigt die Broschüre die historische Entwicklung sowie das Aufgabenspektrum des Statistischen Landesamtes und die Entwicklung des Bundeslandes Sachsen-Anhalt auf. Welche Entwicklungen und Tendenzen können mit der amtlichen Statistik für 20 Jahre Sachsen-Anhalt aufgezeigt werden?
Hier einige Beispiele:
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Die Bevölkerungszahl ging von Ende 1990 mit 2 873 957 Einwohnern bis 2010 um 539 951 Personen bzw. 18,8 Prozent zurück. Das entspricht etwa den Einwohnerzahlen der südlichen Landkreisen Mansfeld-Südharz, Saalekreis und Burgenlandkreis. Am Jahresende 2010 lebten in Sachsen-Anhalt 2 335 006 Menschen. Ursächlich für den Rückgang waren zu 53 Prozent das Geburtendefizit und 47 Prozent der Wanderungsverlust.
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Innerhalb von 20 Jahren wurden 340 496 Kinder geboren, es starben 628 260 Menschen, 1 031 379 Personen kehrten Sachsen-Anhalt den Rücken und 779 730 Menschen wählten Sachsen-Anhalt als neuen Hauptwohnsitz oder kamen auch wieder zurück ins Land.
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Trotz rückläufiger Entwicklung der Bevölkerung in Sachsen-Anhalt stieg die Zahl der Haushalte seit 1991 um 1 Prozent auf 1,2 Millionen. In drei von vier Privathaushalten leben heute nicht mehr als zwei Personen.
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Eine höhere Lebenserwartung ist nicht immer, aber oft, mit Pflegebedürftigkeit verbunden. 1999, dem Jahr der Einführung einer Pflegestatistik, war jeder 40.Sachsen-Anhalter auf Pflegeleistungen angewiesen, heute ist es jeder 29. Dabei stieg der Anteil der über 65-Jährigen an den Pflegebedürftigen insgesamt von 80 auf 87 Prozent.
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In der Kinderbetreuung ist Sachsen-Anhalt „Spitze“. Bundesweit nimmt Sachsen-Anhalt auf dem Gebiet der Kindertagesbetreuung, speziell bei der Betreuung der unter 3-jährigen, einen der führenden Plätze ein. Die Besuchsquote in den Kindertageseinrichtungen - das heißt die Anzahl der Kinder in Kindertagesbetreuung je 100 Kinder der gleichen Altersgruppe - beträgt bei den unter 3-jährigen 55,3 Prozent, bei den 3 bis unter 6-jährigen 94,3 Prozent.
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Während der Milchkuhbestand abnahm, stieg die Milchleistung je Kuh und Jahr von 6 902 kg (1999) auf 8 368 kg (2010). Pro Tag wurden damit 23 Liter Milch erzeugt (1999: 19 Liter).
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Im Jahr 1991 erzielten die Industriebetriebe einen Gesamtumsatz von 11,9 Mrd. EUR. Dieses Volumen hat sich bis zum Jahr 2010 verdreifacht und stieg auf 38,0 Mrd. EUR. Mit 10,0 Mrd. EUR Exportvolumen im Jahr 2010 wurde fast die Höhe des im Jahr 1991 produzierten Gesamtumsatzes ausgeführt. Das Exportgeschehen bestimmten in den letzten 20 Jahren vor allem die Betriebe des Maschinenbaus und der Chemischen Industrie.
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Waren im Jahr 1990 in Sachsen-Anhalt noch rund 822 000 Pkw polizeilich zugelassen, so stieg vor allem durch die 125 000 Neuzulassungen im Jahr 1991 die Bestandszahl drastisch auf über eine Million an. Die im Jahr 2009 staatlich gezahlte „Abwrackprämie“ führte zu 45 Prozent mehr Neuzulassungen als im Jahr zuvor. Heute liegt der Pkw-Bestand bei 1,2 Millionen.
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Im Jahr 1991 wurden bei Straßenverkehrsunfällen 697 Personen getötet. Im Jahr 2010 waren es 157 Getötete, davon 120 Männer und 37 Frauen. Von diesen Personen starben 109 als Fahrzeugführer, 28 als Mitfahrer von Fahrzeugen und 20 als Fußgänger. Die Zahl der Getöteten je 1 Million Einwohner lag 1991 bei 245 Personen, 2010 waren es 67 Personen. Von allen beteiligten Personen an Unfällen mit Personenschaden waren 7,8 Prozent im Jahr 1992 alkoholisiert. Im Jahr 2010 war dieser Anteil auf 3,3 Prozent gesunken.
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Die Verbraucherpreise stiegen innerhalb der letzten 20 Jahre um fast 64 Prozent. Durchschnittspreise vergleichbarer Güter, wie z. B. Nahrungsmittel oder Energie, entwickelten sich unterschiedlich. Für 10 Eier waren 2010 rund 40 Prozent mehr als 1991 zu zahlen, der Preis für einen Liter H-Milch stieg um 13 Prozent und der Preis für ein Stück Butter (250 g) um 16 Prozent. Frische Brötchen kosteten doppelt so viel wie im ersten Jahr der Preiserhebung. Der Preis für Diesel stieg im Verlauf der 20 Jahre um mehr als 150 Prozent, Superbenzin war 2010 im Schnitt doppelt so teuer. Die Baupreise stiegen in Sachsen-Anhalt im Verlauf 1991 - 2010 um über 42 Prozent an.
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Im Jahr 2010 wurde ein (nominales) BIP von 52,2 Mrd. EUR erwirtschaftet, 1991 betrug es 20,3 Mrd. EUR, so dass innerhalb der letzten 20 Jahre eine Steigerung um 157 Prozent erfolgte. Das Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigen erhöhte sich von 15 874 EUR im Jahr 1991 auf 51 470 EUR im Jahr 2010, es hat sich im betrachteten Zeitraum mehr als verdreifacht.
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Die erneuerbaren Energieträger verdrängten die Braunkohle als bisher wichtigsten Energieträger für die Stromerzeugung in Sachsen-Anhalt von Platz 1. Die Windeenergie lieferte mit einem Anteil von 67,1 Prozent den größten Beitrag zur Ökostrombilanz des Landes. Mit dem erzeugten Windstrom wurde 24,3 Prozent der gesamten Nettostromerzeugung Sachsen-Anhalts realisiert. Biomasse steuerte im Jahr 2010 mit 27,4 Prozent bereits mehr als ein Viertel zur Strombereitstellung aus erneuerbaren Energien zu.
Der vorliegenden Broschüre sind weitere „Zahlen – Daten – und Fakten“ zu entnehmen. Ab heute ist sie erhältlich im
Statistischen Landesamt Sachsen-Anhalt Dezernat Öffentlichkeitsarbeit Postfach 20 11 56 06012 Halle (Saale)
Fax: 0345 2318-913
E-Mail: info@stala.mi.sachsen-anhalt.de shop@stala.mi.sachsen-anhalt.de
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Bestell-Nr. Print: 4 S 027 Preis: 5,00 EUR (zuzüglich Versandkosten) Bestell-Nr. PDF-Datei: 6 S 027 Preis: 5,00 EUR
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