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Pressemitteilungen 2012 - Juni


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PM 43 / 2012
26.06.2012

Pro Kopf Arbeitszeit im Jahr 2011 betrug 1 515 Stunden

In Sachsen-Anhalt wurden im Jahr 2011 von den 1 010,7 Tausend Erwerbstätigen 1 531,3 Millionen Arbeitsstunden geleistet. Damit betrug die Pro-Kopf-Arbeitszeit je Erwerbstätigen durchschnittlich 1 515 Stunden.

 

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes sank das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen, das die tatsächlich geleistete Arbeitszeit aller Erwerbstätigen umfasst, gegenüber dem Vorjahr um 1,6 Millionen Stunden oder 0,1 Prozent. Ausschlaggebend dafür war, dass die Erwerbstätigenzahl um 1 800 Personen oder 0,2 Prozent abnahm und drei Arbeitstage weniger zur Verfügung standen. Die Pro-Kopf-Arbeitszeit der Erwerbstätigen betrug 1 515 Stunden (Vorjahr 1 514 Stunden, Bundesdurchschnitt 1 413 Stunden). Dabei entwickelte sich das Arbeitsvolumen nach der Stellung im Beruf betrachtet unterschiedlich. Je Arbeitnehmer betrug die geleistete Arbeitszeit 1 454 Stunden (Vorjahr 1 453 Stunden, Bundesdurchschnitt 1 330 Stunden). Bei den Selbstständigen und mithelfenden Familienangehörigen betrug die Pro-Kopf-Arbeitszeit 2 090 Stunden (Vorjahr  2 101 Stunden, Bundesdurchschnitt 2 080 Stunden).

Nach Wirtschaftsbereichen betrachtet entwickelte sich das Arbeitsvolumen der Erwerbstätigen sehr differenziert. Während es in der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (- 3,1 Prozent) und im Bereich Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung und Gesundheit (- 3,2 Prozent) sank, nahm es in allen anderen Wirtschaftsbereichen Sachsen-Anhalts zu. Die stärksten Zuwächse an geleisteten Arbeitsstunden hatten dabei die Wirtschaftsbereiche Verarbeitendes Gewerbe (+ 3,7 Prozent) sowie Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister, Grundstücks- und Wohnungswesen (+ 2,0 Prozent).

Die meisten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen wurden, wie schon in den Vorjahren, im Baugewerbe mit 1 712 Stunden und in der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei mit 1 618 Stunden geleistet. Am kürzesten war die jährliche Pro-Kopf-Arbeitszeit dagegen in den Dienstleistungsbereichen (1 476 Stunden), wo Teilzeitarbeit und marginale Beschäftigung eine größere Rolle spielen.

Ursachen für die Unterschiede zum Bundesdurchschnitt und zwischen den Wirtschaftsbereichen sind neben verschiedenen tariflichen und individuellen Arbeitszeiten (Vollzeit-, Teilzeit-, marginale Beschäftigung), den unterschiedlichen Beschäftigungsstrukturen (abhängige und selbstständige Erwerbstätigkeit) und Wirtschaftszweigstrukturen auch die Mehr- und Kurzarbeit sowie krankheitsbedingte Ausfallzeiten und die unterschiedliche Zahl der Arbeitstage in den Bundesländern. Die verschiedenen regionalen und strukturellen Pro-Kopf-Arbeitszeiten sind somit kein Maßstab der Intensität und Qualität der verausgabten Arbeitszeit.

Diese vom Arbeitskreis „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ (AK ETR) ermittelten Zahlen sind das Ergebnis einer Neuberechnung der Erwerbstätigkeit und des Arbeitsvolumens für das Jahr 2011 und sind abgestimmt auf die Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes für Deutschland vom Februar 2012.Die Zahlen der Jahre 2008 bis 2010 wurden aufgrund der Revision 2011 der Erwerbstätigen und der damit verbundenen Umstellung auf die neue Klassifikation der Wirtschaftszweige WZ 2008 neu überarbeitet.

 

Geleistete Arbeitsstunden der Erwerbstätigen am Arbeitsort in Sachsen-Anhalt

von 2008 bis 2011 nach Wirtschaftsbereichen

 

Wirtschaftsbereich (WZ 2008)

2008

2009

2010

2011

Je

Erwerbs-

tätigen

2011

Millionen Stunden

Stunden

A        Land-und Forstwirtschaft, Fischerei

37,3

36,3

36,3

35,2

1 618

B-F    Produzierendes Gewerbe

411,9

400,0

411,8

420,6

1 615

B-E    Produz. Gewerbe ohne Baugewerbe

270,7

259,0

268,4

276,6

1 569

          darunter: C Verarbeitendes Gewerbe

237,6

225,7

234,9

243,5

1 571

F        Baugewerbe 

141,1

141,0

143,3

144,0

1 712

G-T    Dienstleistungsbereiche

1 094,7

1 068,5

1 084,8

1 075,5

1 476

G-J    Handel, Verkehr, Gastgewerbe                          Information und Kommunikation

358,1

350,5

352,5

354,2

1 485

K-N   Finanz-, Versicherungs- u. Unter-                       nehmensdienstl.;  Grundstücks-                              u.  Wohnungswesen

232,3

223,6

236,7

241,5

1 477

O-T   Öffentliche und sonstige Dienstleister,              Erziehung, Gesundheit

504,4

494,4

495,6

479,8

1 470

Insgesamt

1 543,9

1 504,8

1 532,9

1 531,3

1 515

 

Weitere Ergebnisse zur Erwerbstätigkeit können auf der Internetseite des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt http://www.statistik.sachsen-anhalt.de unter Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder (Regionalberechnungen zur Erwerbstätigkeit) oder auf der Homepage des Arbeitskreises „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ http://www.aketr.de abgerufen werden.

 

Das Arbeitsvolumen umfasst die tatsächlich geleistete Arbeitszeit aller Erwerbstätigen, die als Arbeitnehmer (Arbeiter, Angestellte, Beamte, Richter, marginal Beschäftigte, Soldaten) oder als Selbstständige beziehungsweise als mithelfende Familienangehörige eine auf wirtschaftlichen Erwerb gerichtete Tätigkeit ausüben. Hierzu zählen auch die geleisteten Arbeitsstunden von Personen mit mehreren gleichzeitigen Beschäftigungsverhältnissen. Nicht zum Arbeitsvolumen gehören hingegen die bezahlten, aber nicht geleisteten Arbeitsstunden, beispielsweise Jahresurlaub, Elternzeit, Feiertage, Kurzarbeit oder krankheitsbedingte Abwesenheit. Ebenfalls unberücksichtigt bleiben die nicht bezahlten Pausen für das Einnehmen von Mahlzeiten sowie die Zeit für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz. Das Arbeitsvolumen umfasst somit die Gesamtzahl der während des Berichtszeitraums am jeweiligen Arbeitsort von Arbeitnehmern und Selbstständigen innerhalb einer Region tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden. Es berücksichtigt weder Intensität noch Qualität der geleisteten Arbeit. Das Arbeitsvolumen ergibt sich als Produkt aus Erwerbstätigenzahl und Arbeitszeit je Erwerbstätigen.

Das durchschnittliche Pro-Kopf-Arbeitsvolumen wird für die Wirtschaftszwei­ge bzw. Länder in besonderem Maße vom Anteil der Teilzeitkräfte und der marginal Beschäftigten geprägt, dagegen in nur gerin­gem Maße durch tarifliche Unterschiede. Nicht statthaft sind daher Wertungen als „Unterschiede im Fleiß“ oder in der Arbeitsbereitschaft der Erwerbstätigen einzelner Branchen oder Regionen (mit unterschiedlichem Branchenmix) ohne genaue Kenntnis der zu Grunde liegenden Fakten.

Die Gliederung nach Wirtschaftsbereichen erfolgt nach der neuen Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008).