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Pressemitteilungen 2015 - Dezember


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PM 126 / 2015
17.12.2015

Pro-Kopf-Arbeitszeit im Jahr 2014 betrug 1 422 Stunden

In Sachsen-Anhalt wurden im Jahr 2014 von den 1 008,2 Tausend Erwerbstätigen 1 433,1 Millionen Arbeitsstunden geleistet. Damit betrug die Pro-Kopf-Arbeitszeit je Erwerbstätigen durchschnittlich 1 422 Stunden. 

Wie das Statistische Landesamt nach neuesten vorläufigen Berechnungen mitteilte, sank das gesamtwirtschaftliche Arbeitsvolumen, das die tatsächlich geleistete Arbeitszeit aller Erwerbstätigen umfasst, gegenüber dem Vorjahr um 7,7 Millionen Stunden oder 0,5 Prozent. Verursacht wurde der Rückgang des Arbeitsvolumens durch die Abnahme der Erwerbstätigenzahl um 6 800 Personen oder 0,7 Prozent. Im Jahr 2014 betrug die Pro-Kopf-Arbeitszeit der Erwerbstätigen 1 422 Stunden (Vorjahr 1 420 Stunden, Bundesdurchschnitt 1 366 Stunden). Dabei entwickelte sich das Arbeitsvolumen nach der Stellung im Beruf betrachtet unterschiedlich. Je Arbeitnehmer betrug die geleistete Arbeitszeit 1 365 Stunden (Vorjahr 1 361 Stunden, Bundesdurchschnitt 1 298 Stunden). Bei den Selbstständigen und mithelfenden Familienangehörigen betrug die Pro-Kopf-Arbeitszeit 1 994 Stunden (Vorjahr 2 003 Stunden, Bundesdurchschnitt 1 961 Stunden).

Nach Wirtschaftsbereichen betrachtet entwickelte sich das Arbeitsvolumen der Erwerbstätigen in Sachsen-Anhalt sehr differenziert. Während es in den Bereichen Baugewerbe (+ 1,1 Prozent),  Produzierendes  Gewerbe  ohne Baugewerbe (+ 0,8 Prozent),  Verarbeitendes  Gewerbe (+ 0,8 Prozent)  sowie  Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung und Gesundheit (+ 0,2 Prozent) zunahm, sank es in den anderen Wirtschaftsbereichen.
Den stärksten Rückgang hatte der Bereich Land- und Forstwirtschaft, Fischerei (- 3,5 Prozent), gefolgt vom Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe,  Information  und  Kommunikation  sowie  dem Bereich Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister, Grundstücks- und Wohnungswesen  (jeweils - 2,0 Prozent).

Die meisten Arbeitsstunden je Erwerbstätigen wurden, wie in den Vorjahren, im Baugewerbe mit 1 636 Stunden geleistet. Am kürzesten war die jährliche Pro-Kopf-Arbeitszeit dagegen in den Dienstleistungsbereichen (1 364 Stunden), wo Teilzeitarbeit und marginale Beschäftigung eine größere Rolle spielen.

Ursachen für die Unterschiede zum Bundesdurchschnitt und zwischen den Wirtschaftsbereichen sind neben verschiedenen tariflichen und individuellen Arbeitszeiten (Vollzeit-, Teilzeit-, marginale Beschäftigung), den unterschiedlichen Beschäftigungsstrukturen (abhängige und selbstständige Erwerbstätigkeit) und Wirtschaftszweigstrukturen auch die Mehr- und Kurzarbeit sowie krankheitsbedingte Ausfallzeiten und die unterschiedliche Zahl der Arbeitstage in den Bundesländern. Die verschiedenen regionalen und strukturellen Pro-Kopf-Arbeitszeiten sind somit kein Maßstab der Intensität und Qualität der verausgabten Arbeitszeit.
Diese vom Arbeitskreis „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ (AK ETR) ermittelten Zahlen sind das Ergebnis einer Neuberechnung der Erwerbstätigkeit und des Arbeitsvolumens für das Jahr 2014 und beruhen auf dem Berechnungsstand des Statistischen Bundesamtes und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) vom August 2015. Dabei wurden auch die Jahre ab 2011 überarbeitet.

 

Geleistete Arbeitsstunden der Erwerbstätigen am Arbeitsort in Sachsen-Anhalt
seit 2011 nach ausgewählten Jahren und Wirtschaftsbereichen
   

Wirtschaftsbereich (WZ 2008)

2011

2012

2013

2014

Je Erwerbs-tätigen 2014

in Millionen Stunden

in Stunden

 

A      Land- und Forstwirtschaft, Fischerei

 

36,8

35,2

33,6

32,5

1 533

B-F  Produzierendes Gewerbe

 

424,1

420,0

415,0

418,7

1 568

B-E  Produzierendes Gewerbe ohne
         Baugewerbe

 

 

281,7

 

278,6

 

280,9

 

283,1

 

1 537

         darunter: C Verarbeitendes Gewerbe

 

249,0

246,0

248,3

250,4

1 537

F      Baugewerbe

 

142,4

141,4

134,1

135,6

1 636

G-T  Dienstleistungsbereiche

 

1 037,1

1 016,3

 992,2

 981,9

1 364

G-J  Handel, Verkehr, Gastgewerbe,
          Information und Kommunikation

 

346,4

341,2

333,5

326,7

1 363

K-N  Finanz-, Versicherungs- u.
         Unternehmensdienstl.,
         Grundstücks- u. Wohnungswesen

  

 

229,2

 

222,2

 

214,4

 

210,1

 

1 342

O-T  Öffentliche und sonstige Dienstleister,
          Erziehung, Gesundheit

 

461,5

 

452,9

 

444,3

 

445,1

 

1 375

 

Insgesamt

1 498,0

1 471,5

1 440,8

1 433,1

1 422

 

Weitere Ergebnisse zur Erwerbstätigkeit können auf der Internetseite des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt www.statistik.sachsen-anhalt.de unter Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder (Regionalberechnungen zur Erwerbstätigkeit) oder auf der Homepage des Arbeitskreises „Erwerbstätigenrechnung des Bundes und der Länder“ www.ak-etr.de abgerufen werden. Zu den neuen Ergebnissen liegt eine vom Arbeitskreis erstellte Publikation„Arbeitsvolumen in den Ländern der Bundesrepublik Deutschland 2000 bis 2014, Reihe 1, Band 2“ in elektronischer Form (Excel bzw. PDF) vor. Außerdem wurden im Rahmen der Revision 2014 die regionalen Ergebnisse zum Arbeitsvolumen ab 2000 überarbeitet. Hierzu liegt die Gemeinschaftsveröffentlichung „Standard-Arbeitsvolumen in den kreisfreien Städten und Landkreisen der Bundesrepublik Deutschland 2000 bis 2013, Reihe 2, Band 2“ vor. Diese Publikationen können kostenlos über das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt (shop@stala.mi.sachsen-anhalt.de) bestellt oder über das Online-Angebot des Arbeitskreises www.ak-etr.de heruntergeladen werden.

Das Arbeitsvolumen umfasst die tatsächlich geleistete Arbeitszeit aller Erwerbstätigen, die als Arbeitnehmer (Arbeiter, Angestellte, Beamte, Richter, marginal Beschäftigte, Soldaten) oder als Selbstständige beziehungsweise als mithelfende Familienangehörige eine auf wirtschaftlichen Erwerb gerichtete Tätigkeit ausüben. Hierzu zählen auch die geleisteten Arbeitsstunden von Personen mit mehreren gleichzeitigen Beschäftigungsverhältnissen. Nicht zum Arbeitsvolumen gehören hingegen die bezahlten, aber nicht geleisteten Arbeitsstunden, beispielsweise Jahresurlaub, Elternzeit, Feiertage, Kurzarbeit oder krankheitsbedingte Abwesenheit. Ebenfalls unberücksichtigt bleiben die nicht bezahlten Pausen für das Einnehmen von Mahlzeiten sowie die Zeit für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz. Das Arbeitsvolumen umfasst somit die Gesamtzahl der während des Berichtszeitraums am jeweiligen Arbeitsort von Arbeitnehmern und Selbstständigen innerhalb einer Region tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden. Es berücksichtigt weder Intensität noch Qualität der geleisteten Arbeit. Das Arbeitsvolumen ergibt sich als Produkt aus Erwerbstätigenzahl und Arbeitszeit je Erwerbstätigen.
Das durchschnittliche Pro-Kopf-Arbeitsvolumen wird für die Wirtschaftszwei­ge bzw. Länder in besonderem Maße vom Anteil der Teilzeitkräfte und der marginal Beschäftigten geprägt, dagegen in nur gerin­gem Maße durch tarifliche Unterschiede. Nicht statthaft sind daher Wertungen als „Unter­schiede im Fleiß“ oder in der Arbeitsbereitschaft der Erwerbstätigen einzelner Branchen oder Regionen (mit unterschiedlichem Branchenmix) ohne genaue Kenntnis der zu Grun­de liegenden Fakten.
Die Gliederung nach Wirtschaftsbereichen erfolgt nach der Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008).

 



Verbreitung mit Quellenangabe erwünscht.


    Pressemitteilung    


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